Bald geht die Messezeit wieder los und da die 2.200 Zeichen, die Instagram für einen Beitrag zulässt, schon lange nicht mehr ausreichen und Slides manchmal auch ganz schön unübersichtlich werden können, habe ich meine Messetipps auf mehrfache Nachfrage nun in diesem Blogpost zusammengefasst. Ob als Besucher:innen oder Ausstellende - damit seid ihr dann (hoffentlich) für sämtliche Eventualitäten gerüstet.
Hier seid ihr im Beitrag für Besucher:innen gelandet. Wenn ihr auf der Suche nach Tipps und Tricks für Ausstellende seid, schaut demnächst nochmal vorbei, ein Beitrag dazu ist bereits in Vorbereitung.
Im Folgenden habe ich Checklisten erstellt, die ihr euch gerne abspeichern dürft – und natürlich auch ausdrucken und damit eure Messevorbereitungen planen. Wenn ihr noch einen Tipp habt, der hier nicht aufgeführt ist, lasst es mich gerne in einem Kommentar wissen, dann füge ich den noch hinzu.
Da es mittlerweile recht viele Buchmessen gibt, habe ich mich bemüht, diese Listen so umfassend wie möglich zu gestalten. Geringfügige Abweichungen von Messe zu Messe gibt es natürlich immer. Deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig zu informieren und zu planen. Bei Leipzig und Frankfurt oft schon ein Jahr im Voraus, bei den kleineren Messen sind auch kurzfristigere Planungen drin.
Und da gerade von rechtzeitig die Rede war … *hüstel*
Nun aber los, denn die Leipziger Buchmesse startet bereits in einer Woche und es ist höchste Zeit, alles vorzubereiten. Ich geh auch gleich packen, wirklich.
Auf der Buchmesse als … Besucher:in
Bei den großen Buchmessen (Leipzig und Frankfurt) ist eines am allerwichtigsten, noch bevor ihr das eigentliche Messeticket habt: das Hotel! Denn wir ihr eure Unterkunft nicht schon weit im Voraus gebucht habt (oder nur eine Tagestour zur Messe unternehmt und daher kein Hotel braucht), kann es gut sein, dass ihr für die Nacht mal eben 300 Euro und mehr zahlt. Wenn ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr natürlich auch weiter außerhalb buchen und zur Messe pendeln, da finden sich auch kurzfristig noch passende Angebote. Oder die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut (z. B. Halle – Leipzig), dann wäre auch das eine Option (nur nicht zwischen Hauptbahnhof und Messegelände, da sind die Bahnen dann nämlich brechend voll und ihr habt Glück, wenn ihr überhaupt reinkommt). Ein kleiner Trick ist auch, Hotels mit Stornooption bis zum Anreisetag zu buchen und kurzfristig zu wechseln. Denn manchmal tut sich eine spontane Alternative auf, wenn jemand anderes abspringt und die Zimmer dann um einiges günstiger angeboten werden, um sie doch noch an den Menschen zu bringen.
Wenn ihr eure Ausrüstung zusammenpackt, denkt an ausreichend zu trinken und zu essen. Das Essen auf dem Messegelände ist meist überteuert und auch nicht unbedingt gesund (wobei bei mir Messepommes auf jeden Fall sein müssen, aber das ist eine andere (Liebes-)Geschichte). Langes Anstehen kommt dann noch dazu und wenn ihr eigentlich gleich zu einer Lesung wollt, tut ihr das sonst mit knurrendem Magen.
Checkliste für die Messetasche:

Kleidungstechnisch hat sich auch bei Messen der Zwiebellook bewährt, da die Temperatur in den Messehallen nie im Voraus abzusehen ist. Also am besten mehrere Lagen übereinander tragen, sodass ihr euch bei Bedarf entblättern könnt. Nackt rumlaufen aber bitte auch dann nicht, wenn ihr – wen auch immer – cosplayt, ja? (»Cosplay« setzt sich zusammen aus »Costume« und »Play« und bedeutet das möglichst originalgetreue darstellen eines Charakters aus Manga, Anime, Film oder Videospiel. Leipzig und Frankfurt sind hierfür beliebte Treffpunkte, in Leipzig findet beispielsweise immer die Manga-Comi-Con statt.)
Bequeme Schuhe! Ihr steht da einen ganzen Tag lang drin. In dem Fall nicht auf Schönheit achten als auf Komfort. Denn meistens ist es in den Hallen ohnehin so voll, dass niemand auf eure Schuhe gucken kann. Wenn ihr mehrere Tage unterwegs seid, nehmt euch ein zusätzliches Paar Schuhe zum Wechseln mit.
Und apropos Wechseln: Ein zweites Oberteil oder eine zweite Hose sind nie verkehrt. Fragt nicht, es gibt Gründe.
Ob Anreisetag oder während der Messe: Plant ausreichend Zeit ein, um aufs Messegelände zu kommen. Die Schlangen sind lang und die Leute, die die Karten kontrollieren, sind auch nur Menschen (und wenn es automatische Scanner gibt, sind die, die ihre Tickets drunterhalten, auch nur Menschen). Fahrt rechtzeitig los, denn Staus oder volle Bahnen gibt es besonders zur Messezeit immer mal wieder. Wenn ihr gleich zu Messebeginn zu einer Veranstaltung wollt, schaut euch auf dem Hallenplan an, welcher Eingang dem Veranstaltungsort am nächsten ist und betretet direkt dort das Messegelände.
Schreibt euch auf (oder fotografiert), wo ihr euer Auto geparkt habt, an welchem Eingang ihr die Messe betretet oder in welcher Richtung ihr vom Zug kommt. Falls ihr Garderobe abgebt: Notiert auch das. Nichts ist ärgerlicher, als nach Messeschluss über das komplette Gelände tingeln zu müssen. Der Beitrag wurde geschrieben von einer leidgeprüften Lektorin, die schon mal ums komplette Leipziger Messegelände gewackelt ist, weil sie den Ost- statt den Westausgang genommen hat.
Macht euch im Vorfeld einen Plan, welche Lesungen ihr besuchen wollt und welche Stände ihr auf keinen Fall verpassen dürft. Plant ausreichend Zeit ein, wenn ihr zu Signierstunden geht – und notiert euch vorab die Standnummern. Macht euch einen Laufplan, um zu vermeiden, dass ihr ständig zwischen den Hallen hin und her hetzen müsst. Beachtet Stoßzeiten und plant darum herum. Ihr wollt nicht an einem Samstagnachmittag in Frankfurt in Halle 3 feststecken. Wollt ihr wirklich nicht. Vielleicht gibt es ja zu dieser Zeit Programmpunkte in anderen Hallen, die euch stattdessen interessieren? Wenn ihr natürlich auf Getümmel steht, dann ist der Frankfurt-Samstag in Halle 3 euer place to be.
Vereinbart Treffpunkte im Voraus, denn nicht immer ist das Internet leistungsfähig genug. Wenn ihr euch damit wohlfühlt, tauscht vorab Rufnummern, damit ihr euch kurzschließen könnt.
Behaltet das Online-Programm im Blick, oft ändern sich Termine auch nochmal kurzfristig (ob die genaue Uhrzeit oder auch der Veranstaltungsort).
Für alle Autor:innen unter euch: Habt Visitenkarten dabei, aber keine ausgedruckten Manuskripte. Die Verlage haben auch so schon ordentlich Material zu transportieren, da ist noch mehr Papier eher hinderlich. Im schlimmsten Fall verschwindet euer Manuskript in den unendlichen Lagerhallen eines Messebaubetriebs und ihr erhaltet eure Rückmeldung am St.-Nimmerleinstag.
Wild drauflospitchen ist keine gute Idee – entweder haben die Verlagsmitarbeitenden keine Zeit oder euch und eure Idee gleich wieder vergessen. Wenn ihr auf der Messe mit jemandem vom Verlag ins Gespräch kommt, lasst euch stattdessen eine Adresse geben, an die ihr Exposé und Leseprobe schicken könnt. In eurer Mail könnt ihr dann das Gespräch auf der Messe als Referenz angeben.
Probt trotz allem vor der Messe euren Pitch – denn wenn euch wer danach fragt und ihr guckt erstmal ratlos, habt ihr möglicherweise wertvolle Aufmerksamkeit verschenkt. Im Vorfeld zur Messe solltet ihr außerdem nach Pitching-Aktionen Ausschau halten – vielleicht wird da etwas angeboten, das zu euch und eurem Manuskript passt. Denkt dran: Ein Nein habt ihr nur dann sicher, wenn ihr euch nicht bewerbt. Nur wenn ihr euren Namen in den Ring werft, kann daraus ein Ja werden.
Das böse Wort »Netzwerken« wird auf Buchmessen gleich weniger böse: Denn was ist „Netzwerken“ in der Buchbranche anderes, als mit anderen Menschen begeistert über Bücher zu sprechen? Mit diesem Gedanken im Hinterkopf fällt mir seitdem das Knüpfen von Kontakten deutlich leichter – und ich lerne ständig neue, faszinierende Buchmenschen kennen. Wenn ihr das Unwohlsein bei neuen Bekanntschaften lieber mit mehreren Leuten teilen wollt, ist ein Community-Treffen vielleicht das Richtige für euch. Das bieten manche Autor:innen an unterschiedlichen Orten auf dem Messegelände an, die Ankündigung dazu läuft meist über Instagram. Und irgendwann gibt es auch mal ein Lyra-Lektorat-Community-Treffen, ja?
In diesem Sinne: Ich freue mich, euch auf der ein oder anderen Messe zu treffen und mit euch über Bücher und Geschichten zu sprechen!
Checkliste für den Messebesuch kompakt:

Mehr Branchenwissen und konkrete Tipps für deinen Messebesuch? Unter anderem dafür ist meine Lektoratssprechstunde da.
Und jetzt wünsche ich euch erstmal eine wundervolle Buchmesse! Vielleicht sehen wir uns ja in Leipzig?
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